Englandfahrt 2026

Unsere Englandreise mit Schülerinnen und Schülern der 8. Klassen in Devon, Cornwall und London vom 15. bis 21. Mai 2026

Nach der etwas rauen Überfahrt von Hoek van Holland nach Harwich ging es von dort mit unserem Bus am Samstagmorgen gleich zum Windsor Castle, wo wir am Vormittag den Einmarsch zur Wachablösung (Changing of the Guard) am Königsschloss miterlebten. Auf unserem fünfstündigen Weg zu den Gastfamilien in Torquay machten wir vorher noch einen Schlenker zur Miniatur-Ausgabe von Stonehenge: den Avebury Stone Circles. Anders als im weltbekannten, touristisch völlig überlaufenen (und ziemlich teuren) Stonehenge darf man sich auf der Steinkreis-Anlage in Avebury kostenlos zwischen den riesigen Felsbrocken frei hin- und herbewegen und diese sogar anfassen. Zwischendurch mussten wir dort kleine Viehgatter öffnen (und wieder schließen!) und uns unseren Weg vorbei an dort grasenden Schafherden bahnen. Nur: Auf welche Weise die Menschen vor über 4.500 Jahren es geschafft haben, diese teils 100 Tonnen (!) schweren Brocken dort aufzureihen, erstaunt immer noch. Etwas platt von Busfahrt, Fähre und dem Tagesprogramm trafen wir am Abend unsere Gastfamilien.

Am Sonntag ging es für uns zu einem Botanischen Garten der Superlative: das Eden Project. Mehrere, bienenwabenartig angelegte, übergroße Gewächshäuser, die wie aus einem Science-Fiction-Film wirken (Spoiler: Diesen Film gibt es tatsächlich. Er kam 1972 unter dem Titel „Silent Running“ in die Kinos). In diesen, teils 100 Meter großen Kuppeln konnten wir verschiedene Klimazonen auf unserer Erde am eigenen Leib erfahren. Besonders die schwül-warme Tropenkuppel mit riesigen Bäumen, Wasserfällen und ihrem üppigen Artenreichtum war schweißtreibend. Den Eden-Geländeüberflug mit 100 km/h im Superman-Stil an einem Drahtseil in 100 Metern Höhe haben wir uns aber nur von unten angeschaut …

Wieder aufs Wasser ging es zunächst am Montag, diesmal mit der Fähre auf einer verregneten Hafenrunde in Plymouth. Von dort waren einst die Pilgrim Fathers – die ersten englischen Siedler in Neuengland – im Jahr 1620 auf der „Mayflower“ in die „Neue Welt“ gesegelt. Anschließend brachte uns der Bus nach Exeter: von den Römern gegründet, von den Angelsachsen und später den Wikingern und Normannen geprägt, wo wir eine Stadtführung in englischer Sprache machten – zum Glück mit deutscher Übersetzung durch unsere Lehrerinnen und Lehrer. Wir erfuhren unter anderem: Exeter war der Geburtsort von St. Bonifatius, dem wichtigsten christlichen Missionar im mittelalterlichen Deutschland. Exeters Kathedrale – St. Peter – besitzt mit einer Länge von 100 Metern das längste, ununterbrochene Kirchengewölbe der Welt.

Nach so viel Geschichte war am Dienstag dann Landschaft angesagt. Erst ging es ins Dartmoor – eine raue und oft neblige Hochmoorlandschaft, die schon oft als Kulisse für Filme und Fernsehspiele genutzt wurde. Der Hund von Baskerville, der Historienthriller Werwulf und mehrere Rosamunde Pilcher-Filme und Edgar-Wallace-Adaptionen wurden dort gedreht. Und dann ging es noch zu den aufregenden Steilküsten Cornwalls mit dem Tintagel Castle – eine mittelalterliche Burgruine, wo angeblich König Artus in die Welt gekommen sein soll …

Leider ging es am Mittwoch schon wieder auf den Rückweg nach Hause, aber erst einmal stand Sightseeing in der Londoner City an. Nach einem Spaziergang durch den Park in Greenwich bestiegen wir am Themse-Ufer unser Boot: einen superschnellen Katamaran. Direkt neben der dort ausgestellten „Cutty Sark“, dem letzten Segelschiff, mit dem Handelswaren wie Tee oder Wolle im früheren Empire von und nach Indien oder Australien gebracht wurden. Und ab ging es mit zunächst rund 60 Stundenkilometern Richtung Innenstadt, vorbei an Tower Bridge und London Bridge. Dann verließen wir das Boot und unternahmen einen längeren Marsch: Erst besuchten wir Covent Garden zum Mittagessen und Shoppen. Dann ging es zum Leicester Square, Piccadilly Circus, Buckingham Palace, Big Ben und Westminster.

Zum Abschluss drehten die Schülerinnen und Schüler dann noch ein paar Runden am Rad, genauer, im Riesenrad: Mit dem London Eye ging es in 135 Metern Höhe. Und auch wenn das Wetter am Abreisetag erneut „very British“ war, bot sich trotzdem ein atemberaubender Blick über die City of London, bevor es mit dem Hochgeschwindigkeitskatamaran über die Themse zurück in Richtung Greenwich ging. Ausstieg war direkt neben der gigantischen O2-Arena (früher: Millennium-Dome), nur für den Show-Act des Abends – „Raye“ – war keine Zeit mehr, denn auf dem Parkplatz wartete bereits unser Busfahrer für die Heimfahrt.

LEV

Englandfahrt – You are great, Britain!

Das Programm einer Studienfahrt ist voller wertvoller Aktivitäten, die den Unterricht sinnvoll ergänzen, so heißt es in Pädagogik-Büchern. Auf unserer erstmals vom 11. bis 17. Mai 2019 durchgeführten Studienfahrt für Schüler der 8. Klassen lernten wir bei Bilderbuchwetter einen Teil von Südwestengland sowie ein wenig von London kennen. Das malerische Windsor, das mystische Stonehenge, die hübschen Küstenorte in der Bucht von Torbay, die charmante Stadt Exeter, das Dartmoor mit den wilden Ponys, das geschichtsträchtige Plymouth sowie das Eden Project, ein riesiger botanischer Garten, all diese Orte besuchten wir.

Doch die wirklich wichtigen Dinge lernt man abseits der Ausflüge, die wirklich wichtigen Unterrichtsstunden der Fahrt finden bei den Gastfamilien statt oder in der Freizeit auf dem Weg durch die fremde Stadt. Den Zauber des Dartmoor hat man vielleicht bald vergessen, aber all die Dinge, die nicht im Programm stehen, die bleiben. Diese Englandfahrt war eine wunderbare Premiere, die wir mit Sicherheit nicht vergessen werden.

M. Haider